Wasserrettungsdienst

Die Schnell-Einsatz-Gruppen (SEG) der Wasserwacht sind die Kernkomponente des Wasserrettungsdienstes. Sie werden bei Notfällen im und am Wasser alarmiert und setzen sich ausschließlich aus speziell geschulten Wasserwachtmitgliedern zusammen. Die ehrenamtlichen Helfer können zu jeder Tages- und Nachtzeit von der Rettungsleitstelle über Funkmeldeempfänger ("Piepser") alarmiert werden und fahren von der Rettungswache aus gemeinsam zum Einsatzort.

Die häufigsten Einsatzarten stellen die Rettung von Menschen aus fließenden oder stehenden Gewässern, die Rettung von ins Eis eingebrochenen Menschen, Totenbergungen aus Gewässern, die Suche nach Vermissten im und am Wasser, sowie die Bergung von Fahrzeugen und Gegenständen aus dem Wasser dar. Mitglieder einer SEG sind neben der regelmäßig zu wiederholenden Ausbildung zum Rettungsschwimmer (Rettungsschwimmabzeichen Silber/Gold, EH-Ausbildung) mindestens auch zum Wasserretter ausgebildet. Das heißt, sie haben die Ausbildung zum Sanitäter (SAN A+B) absolviert und auch einen wasserwachtspezifischen Sanitätskurs abgelegt. Die praktische Ausbildung in fließenden bzw. stehenden Gewässern sowie eine Eisrettungsausbildung sind für alle Wasserretter obligatorisch. Außerdem haben sie eine Einweisung in den BOS-Funk und das Medizinproduktegesetz erhalten.

In vielen Fällen sind die Mitglieder von SEG´n auch zusätzlich zum Motorbootführer, Rettungstaucher, Einsatzleiter, Rettungsdiensthelfer oder Rettungssanitäter ausgebildet. Ausgerüstet sind die SEG´n mit Einsatzfahrzeugen ,Motorrettungsbooten und Spezialausrüstung für den Wasserrettungsdienst (Neoprenanzüge, Luftflaschen, Rettungsbojen und Wurfsäcke, Eisrettungsschlitten, Rettungswesten, Handfunkgeräte usw.).

Zur Besatzung eines Wasserrettungsfahrzeugs (SEG) gehören mindestens drei Helfer, einer davon mit der Qualifikation eines SEG-Leiters. Zusätzlich sind ein Rettungsschwimmer und ein Rettungstaucher dabei. Regulär rücken mindestens fünf Einsatzkräfte aus. Die Fahrzeuge sind mit allen erforderlichen Geräten ausgestattet, die für Rettungseinsätze an Seen und Fließgewässern benötigt werden, darunter Schlauchboote, Druckluftflaschen für die Rettungstaucher, Rettungsrucksäcke entsprechend dem Landrettungsdienst und im Winter Eisrettungsschlitten. Bei Badewetter im Sommer, sind an den Wochenenden die Wachstation in Trausnitz sowie das Waldbad besetzt. 2005 führte die Wasserwacht in Deutschland rund 50 Prozent der Wasserrettungseinsätze durch